Bericht vom Seminar für PfarramtssekretärInnen am 20.9.-21.9.2002

 Herbert Deppisch, der Referent des ersten Seminarabschnittes, informierte die Anwesenden über das besondere Arbeitsrecht in der Kirche. "Die Kirchen als zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland - mit ca. 1,3 Millionen Beschäftigten - sind autonom, jedoch nicht souverän. Sie können ihre Angelegenheiten selbständig regeln, müssen aber die für alle gültigen Gesetze einhalten." Anhand von Folien zeigte er die Unterschiede des 1., 2. und vor allem des von der Kirche eingeschlagenen 3. Weges auf, den die Gewerkschaft ver.di (als größte Arbeitnehmerorganisation im Bereich von Kirche und Diakonie) wegen seines Ungleichgewichts ablehnt. Ausführlich und fundiert erklärte Herbert Deppisch den interessierten SekretärInnen auch den Aufbau der Landeskirche, die Strukturen und Aufgaben der Synode und die Zusammensetzung der Arbeitsrechtlichen Kommission. Er plädierte für kirchengemäße Tarifverträge statt dem 3. Weg und führte als Beispiel die Landeskirchen Nordelbien und Berlin-Brandenburg an, die bereits 1996 solche Tarifverträge zur Zufriedrnheit aller abgeschlossen hätten.

Die Referentin des zweiten Seminartages, Frau Uta Häberlein, war zum Thema "Konfliktgespräche im Pfarramt" zu uns gekommen. Ob im Umgang mit den Vorgesetzten oder mit schwierigen Mitarbeitern - vieles, was die Referentin an diesem Vormittag auf charmante und begeisternde Art vorbrachte, machte nachdenklich. "Man kann immer nur sein eigenes Verhalten ändern, nicht das des andern!" war eines ihrer Kernaussagen, mit dem sie auf die verschiedensten Konfliktsituationen einging und Hilfestellung anbot. Am Ende war man sich mit der Referentin einig: "Ein Konflikt ist immer auch eine Chance für die eigene Weiterentwicklung", d.h. man kann gestärkt daraus hervorgehen, wenn man nur zuerst die Angst überwindet. Mehr nicht. "Es ist wirklich nur die Angst", so Uta Häberlein. An diesen überaus hilfreichen Spruch solle man vor Auseinandersetzungen denken und darüber hinaus auf eine "ebenbürtige Gesprächshaltung" hinarbeiten.